Der Wecker klingelt – doch du bist schon hellwach, bereit für den ersten Einsatz des Tages. Mit einer Hand hältst du den Kaffee, mit der anderen weckst du die Kinder, während dein Kopf schon die Brotdosen sortiert, Stundenpläne prüft und darüber nachdenkt, welches Deiner Outfits zu welchem Termin passt. Nebenbei organisierst du den Kuchen für den Kindergarten, motivierst die Kinder zu frühstücken, managst es die vergessene Turntasche nach zu liefern und planst die nächsten Termine – alles gleichzeitig.
Draußen im Auto wirst du zur Logistik-Expertin: Stau, Umleitungen, kurzfristige Anrufe – kein Problem. Du koordinierst Bring- und Abholzeiten, rettest Unterlagen, hältst Termine im Blick und managst nebenbei jede kleine Krise, die unterwegs auftaucht. Du bist Krisenmanagerin, Zeitplan-Expertin und Motivatorin in einer Person.
Zurück zuhause geht Dein Tag weiter: Du kümmerst Dich um Rechnungen, planst das Abendessen, verteilst Aufgaben, tröstest kleine Seelen und regelst unerwartete Probleme. Du bist Finanzchefin, Organisatorin und Seelentrösterin zugleich.
Niemand außer Dir merkt, wie viel Management hinter all diesen scheinbar kleinen alltäglichen Aufgaben steckt.
Und dann abends….. berätst Du auch noch Deinen Mann als Jobcoach, während der Dir von seinem Tag auf der “Arbeit” erzählt.
Du fragst Dich: Hä und was hab ich den ganzen Tag gemacht? Na jedenfalls nicht gearbeitet….
Wir Mütter leisten täglich Unglaubliches. Wir sind Organisatorinnen, Motivatorinnen, Krisenmanagerinnen, Finanzchefinnen, Zeitplan-Expertinnen und Seelentrösterinnen in Personalunion. Während andere im Job für solche Rollen Titel und Anerkennung erhalten, jonglieren wir Mütter zwischen Kinderarztterminen, Schulprojekten, Essensplanung, Job und Partnerschaft – und halten dabei nicht nur den Überblick, sondern die ganze Familie zusammen.
Und trotzdem fühlt es sich im Alltag für uns oft nicht so an, als sei das etwas Besonderes. Statt Lob oder Wertschätzung zu bekommen, haben wir oft das Gefühl, dass all das einfach dazugehört – als „typische Mutterpflicht“.
Wenn man genauer hinsieht, steckt dahinter echte Management-Arbeit: planen, organisieren, koordinieren, delegieren, kontrollieren. Alles Fähigkeiten, die im Unternehmen hoch geschätzt werden – werden in Familien aber kaum als Kompetenz benannt, obwohl viele Frauen diese täglichen Herausforderungen meistern. Höchste Zeit also, sichtbar zu machen, wie groß die Leistung von Müttern ist.
Ganz nach dem Motto: Ich manage ein kleines Familienunternehmen.
Das Problem: Gesellschaftlich wird diese enorme Leistung oft nicht als Management wahrgenommen, sondern als „typische Mutterpflicht“. Während im Beruf strukturierte Organisation als Kompetenz gilt, wird sie zuhause als selbstverständlich angesehen. Diese Unsichtbarkeit führt dazu, dass viele Mütter sich nicht nur belastet, sondern auch wenig wertgeschätzt fühlen.
Doch genau hier liegt die große Frage:
Sind Mütter nicht eigentlich die wahren Managerinnen im Leben – mit Fähigkeiten, die ihresgleichen suchen?
Uns ist es wichtig, diesen Wert endlich sichtbar zu machen!